Beim Covershooting für die Printausgabe vom lauter.campus 01/2020 wurde BTU-Forscher Kirko Große zum Schadinsektenvernichter.

Mit Laserstrahlen gegen Schädlinge

Lasertechnologie gehört in Druckern, in der Medizin und der Industrie zum Alltag. Forscher der BTU rund um den wissenschaftlichen Mitarbeiter Kirko Große (ehem. Student der Informations- und Medientechnik) entwickeln momentan mit dem Julius Kühn-Institut (JKI) und dem Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (FZM) einen Insektenlaser. Dieser Schädlingsvernichter soll mit gebündeltem Licht Insekten eliminieren, die sich an Pflanzenerzeugnissen bedienen.

Lasertechnik trifft auf Bilderkennung
Dafür wird Lasertechnik mit automatischer Bilderkennung gekoppelt, um Schädlinge in Lagerräumen in Echtzeit zu erkennen und auszuschalten. Eine Kamera analysiert dabei zum Beispiel Getreide und gleicht diese Bildinformationen mit Referenzbildern und Merkmalen von Schadinsekten ab. Stellen die Sensoren kriechende oder fliegende Insekten fest, soll ein Laserimpuls zielgenau abgefeuert und der Schädling damit beseitigt werden.

Weg zur Marktreife: Insektenvideos und Brandflecke
Bis die ersten Laserstrahlen aus einem Prototyp abgefeuert und die Insektenlaser zur Marktreife gebracht werden können, ist jedoch noch einiges an Planungsarbeit notwendig. Während Kirko Große das neuronale Netz der Bilderkennungssoftware programmiert, füttert der JKI-Doktorand Peter Kern die Datenbank mit Videos von Insekten, die dafür extra im JKI gezüchtet werden. Die Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut untersuchen wiederum, wie stark die Laserimpulse sein dürfen, um das Insekt zu töten, ohne im Getreide Brandflecken zu hinterlassen.

Praxistest ab Frühjahr 2021
Verlaufen alle Arbeiten nach Plan, könnte das erste Modell des Insektenlasers bis zum Frühjahr 2021 fertiggestellt werden. Die ersten „Opfer“ sollen die Dörrobstmotte und der Kornkäfer sein. Kann der Insektenlaser diesen Schädlingen erfolgreich auf die Pelle rücken, dann ist auch die Erweiterung auf andere Käfer und Fliegen vorgesehen. Das Projekt zeigt das Zusammenspiel der Player im Bereich der Forschung in der Lausitz.

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